Political connectedness and firm performance : evidence from Germany


Niessen-Ruenzi, Alexandra ; Ruenzi, Stefan



URL: http://www.cfr-cologne.de/download/workingpaper/cf...
Document Type: Working paper
Year of publication: 2007
The title of a journal, publication series: CFR Working Paper
Volume: 07-15
Place of publication: Köln
Publishing house: Centre for Financial Research
Edition: Version 2009
Publication language: English
Institution: Business School > Internat. Finanzierung (Ruenzi)
Subject: 330 Economics
Abstract: Im Januar 2006 wurde im Rahmen neuer Transparenzgesetze beschlossen, dass Bundestagsabgeordnete ihre Nebeneinkünfte offenlegen müssen. Nachdem der Widerspruch einiger Abgeordneter gegen diese Neuregelung abgelehnt wurde, wurden im Juli 2007 alle entsprechenden Angaben auf der Homepage des Bundestages veröffentlicht. Dies erlaubt es uns, zum ersten Mal für Deutschland die Charakteristika von Firmen zu untersuchen, die einen Politiker beschäftigen. Außerdem können wir vergleichen, ob es Unterschiede zwischen denjenigen Politikern, die für eine Firma Arbeiten, und anderen Politikern gibt. Der Hauptbeitrag der vorliegenden Studie besteht jedoch darin, zu untersuchen ob es einen Zusammenhang zwischen der Performance von Firmen und ihrer Verbindung zu Politikern gibt. Im Gegensatz zu früheren Studien können wir uns dabei auf Daten zu allen Nebentätigkeiten (nicht nur bereits vorher öffentlich bekannten, wie z.B. Aufsichtsratmandaten) beziehen. Außerdem verfügen wir über Angaben über die Höhe der Entlohnung der Abgeordneten aus jedem Beschäftigungsverhältnis. Basierend auf diesen Daten, die für das Jahr 2006 vorliegen, finden wir die folgenden Ergebnisse: Der Anteil der Abgeordneten, die einer bezahlten Nebentätigkeit nachgehen beträgt insgesamt 16%. Dieser Anteil ist bei CDU/CSU Abgeordneten (19%) und bei FDP Abgeordneten (25%) höher, als bei Abgeordneten der SPD (12%), der Linken (9%) und der Grünen (10%). Die Anteile bei direkt gewählten Abgeordneten und Abgeordneten, die über eine Liste ins Parlament gewählt wurden, sind etwa gleich hoch. Die meisten Abgeordneten mit Nebentätigkeiten arbeiten als Aufsichtsratmitglied, Mitglied eines Beratungsgremiums oder haben einen bezahlten Vortrag gehalten. Die Firmen, für die Abgeordnete arbeiten, sind signifikant größer als andere Firmen. Bezüglich der Performance von politisch verbundnen Firmen zeigen unsere Ergebnisse, dass diese Firmen in 2006 signifikant höher bewertet waren (nach Tobin’s Q) und signifikant besser abgeschnitten haben als anderen Firmen. Dies gilt für buchhalterische Performancemaße wie den return on assets und gleich ermaßen für marktbasierte Performancemaße wie die Aktienrendite, die industrieadjustierte Aktienrendite und die Sharpe Ratio der Firmen. Mögliche Gründe für die bessere Performance politisch verbundener Firmen sind: (1) Politiker haben eine neue und andere Sichtweise auf Firmen und tragen zu innovativen Problemlösungen bei, was zu einer gesteigerten Performance führt. (2) Politiker können dafür sorgen, dass Firmen Aufträge erhalten, sich günstig finanzieren können, oder günstige regulatorische Rahmenbedingungen vorfinden. (3) Firmen erzielen keine guten Leistungen, weil Politiker für sie arbeiten, sondern Politiker sind dazu in der Lage, sich aus Reputationsgründen gezielt gute Firmen auszusuchen. Die kurze verfügbare Datenhistorie reicht nicht aus, um abschließen zu klären, welcher dieser möglichen Gründe für die beobachtete Überperformance im Vergleich zu politisch unabhängigen Firmen ausschlaggebend ist.

Dieser Eintrag ist Teil der Universitätsbibliographie.




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